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Stacheltiere
Wie ich zu den Igeln komme? Bevor man sich für den Natur-
und Artenschutz in deutschlandweiten Organisationen aktiv einsetzt,
sollte man erstmal vor der eigenen Haustür schauen. So beherbergen
wir seit 2003 bewußt Igel in unserem Garten. Kein Laub
wird mehr weggefegt, die Büsche bieten guten Schutz, die
Igel scheinen sich wohl zu fühlen.
Doch die Population der Stacheltiere in Deutschland hat sich
in den letzten Jahren drastisch verkleinert. Todesursache Nr.
1 ist - wie sich jeder denken kann - das Auto. Jährlich
werden ca. 500.000 Igel auf den Straßen überfahren
oder so schwer verletzt, daß sie qualvoll im Straßengraben
sterben. Nicht berücksichtigt sind in dieser Zahl die Igelbabys,
die sterben, weil das Muttertier getötet wurde.
Igel sind größtenteils standorttreu, durchstreifen
nachts aber putzmunter ihr Revier von ca.100 ha (Männchen)
bzw. ca. 30 ha (Weibchen), wobei ihnen natürlich jede Menge
Straßen in die Quere kommen. Durch Planierungen und immer
mehr Golfplatz-ähnliche Gärten (ohne jegliches "Unkraut“ oder
Laub) sind die Pelznasen gezwungen, immer weitere Strecken zurückzulegen.
Der Igel steht in einigen Bundesländern schon auf der "Roten
Liste“ der bedrohten Tierarten. Das deutsche Naturschutzgesetz
verbietet es, Igel zu töten, zu beunruhigen oder sie zu
stören, sie aus ihrem Lebensraum zu entfernen oder ihre
Nester zu zerstören.
Der größte Teil der Igelspeisekarte ist inzwischen
bereits so gut wie ausgestorben oder schwer auffindbar, so daß sie
gezwungen sind, auf Schnecken und Regenwürmer auszuweichen.
Diese sind jedoch die Überträger der gefürchteten
Lungenwürmer oder Innenparasiten.
All dies hat dazu geführt, daß die Lebenserwartung
der kleinen Stachis von früher 10-12 auf nunmehr 4-5 Jahre
gesunken ist. Wenn diese Entwicklung fortschreitet, wird der
Igel in wenigen Jahrzehnten ausgerottet sein. Eine traurige Bilanz
für ein Tier, das fast 25 Millionen Jahre überlebt
hat...
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Es gibt nur drei gerechtfertigte Gründe,
einen Igel der Natur zu entnehmen und in menschliche
Obhut zu übergeben:
- wenn er verletzt oder krank ist
- wenn erwachsene Igel das Mindestgewicht von ca.
700g am 1. November des Jahres noch nicht erreicht
haben
- wenn unselbständige Igelsäuglinge die
Mutter verloren haben (um das festzustellen, muß man
die Jungigel etwa 1 Stunde ungestört beobachten)
Das Naturschutzgesetz erlaubt das Einfangen von
Wildtieren nur mit dem Ziel, sie nach der Genesung
und/oder Überwinterung wieder in die Natur zu
entlassen.
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Fundierte Informationen, tolle Fotos und Ratschläge finden
alle Igelfreunde in "Das praktische Igelbuch" von
Michael Lohmann.
Expertin in Sachen Igeliges ist Barbara Zellin von der Igelhilfe
e.V. - sie hat mir freundlichweise die Genehmigung zum
Veröffentlichen ihrer Fotos gegeben. Leider bin ich noch
nicht selbst in das Vergnügen gekommen, solch kleine Kastanien
zu fotografieren. Der Verein beherbergt teilweise bis zu 350
Igel in Pflegestellen, darunter auch eine sogenannte „Rentnergang“ mit
stachellosen, blinden oder dreibeinigen Igeln, die in der Natur
keine Chance hätten.
Igelsteckbrief
| Körpergewicht |
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ca. 800 - 1200 g |
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| Körpergröße |
ausgewachsen 25 - 30 cm + 2 - 3 cm spärlich behaartes
Schwänzchen |
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| Geschlechtsreife |
nach dem 1. Lebensjahr |
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| Lebenserwartung |
ca. 4 Jahre (in Gefangenschaft sogar bis zu 12 Jahre) |
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| Paarungszeit |
Mai bis September |
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| Tragzeit |
30 bis 35 Tage |
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| Wurfstärke |
durchschnittlich 5 Junge |
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| Säugezeit |
etwa 8 Wochen |
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| Würfe |
gewöhnlich 1 x jährlich |
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| Nahrung |
Tausendfüßler, Hundertfüßler, Kerbtiere,
Asseln, Spinnen, Ameisen, gelegentlich auch junge Mäuse,
Aas, in Gefangenschaft Fütterung mit Katzen- oder Hundedosenfutter/Hundeflocken
etc.
Niemals Milch anbieten! --> führt zu tödlichen
Durchfällen |
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| Körpertemperatur |
ca. 37°C, im Winterschlaf bis auf 4°C abfallend |
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| Stacheln |
bei der Geburt ca. 100 helle weiche Stacheln, ausgewachsen
ca. 8000 - 9000 |
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